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Markt Schwarzhofen -Denkmalpflegeverein Schwarzhofen |
| Der Denkmalpflege-Verein Schwarzhofen macht es sich zur Aufgabe, die historische Bausubstanz, die – wie fast überall – in Vergessenheit zu geraten scheint, wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zurückzurufen und dazu beizutragen, historische Baudenkmäler zu erhalten oder wieder zu errichten. Geboren wurde der Verein im Jahre 1995 nach einer Reihe von Bieren im Gasthaus Weiß („Schartenbeck“). Dort saßen fröhliche Zecher und redeten über dies und jenes. Und zu den vielen Themen gehörte auch das verschwundene Kriegerdenkmal, das im Jahre 1922 errichtet worden war. Es war im Jahre 1962 in einer wohl illegalen Nacht- und Nebelaktion abgebrochen und verräumt worden. Gott-sei-Dank haben einige aufmerksame Mitbürger ein Augenmerk auf die Reste des Denkmals geworfen und dafür gesorgt, dass die Teile nicht vollends verschwanden. Dies wiederum ließ die Wiedererrichtung als gut möglich erscheinen. Und die Zecher beschlossen, das Denkmal wieder aufzubauen. Nach guter deutscher Sitte geht das aber in Form eines Vereins einfacher über die Bühne und so kam 1995 zur Gründung des Denkmalpflege-Vereins. Die erste Bestandsaufnahme ergab jedoch, dass der Wiederaufbau doch einiges teuerer würde als zunächst erhofft – also musste man etwas zuwarten. Aber da ergab sich eine andere gute Gelegenheit für den aktiven Verein, ein ebenfalls abhanden gekommenes Denkmal wieder aufzubauen: das Pestkreuz. Es stand ursprünglich ebenfalls am Marktplatz, wurde irgendwann auch zerlegt und abgetragen und war irgendwo im Depot des kommunalen Bauhofs gelandet (und fast vergessen worden). Der Korpus Christi war beschädigt, das eiserne Kreuz war renovierungsbedürftig und von der Umfriedung waren nur noch Bruchstücke vorhanden, die aber ausreichten, um sie nachzubilden. Mit Spenden von interessierten Bürgern und Vereinsmitgliedern konnte das Pestkreuz schon im Jahre 1997 wieder auf dem Marktplatz aufgestellt und eingeweiht werden – ein schöner Erfolg für den noch jungen Verein. Als nächstes wandte man sich mit Feuereifer dem eigentlichen Ziel des Vereins, der Wiedererrichtung des Kriegerdenkmals zu. Das gelang aber nur, weil ein ehemaliger Bürger Schwarzhofens, Herr Johann Winderl, der im zweiten Weltkrieg vier Brüder verloren hatte, einen hohen fünfstelligen DM-Betrag zur Verfügung stellte. Aber Geld allein ist noch nicht die ganze Lösung: die Standortfrage führte zu hitzigsten und zeitraubenden Diskussionen, weil viele das Kriegerdenkmal wieder am Marktplatz sehen wollten, andere in Hain und Flur und es letztlich im Jahre 1999 seinen jetzigen Standort an der Südseite des Friedhofs gefunden hat (einer zum Zeitpunkt der Wiedererrichtung noch öden Wiese, was damals als Standort nicht sehr attraktiv erschien). Bemerkenswert ist die Gestaltung des Kriegerdenkmals, das von der Vielzahl der Kriegerdenkmale deutlich abweicht. Der Entwurf stammt von dem Regensburger Architekten Dr.Hans Wagner. Wagner lehnte seinen Entwurf an das Grabmal des persischen Königs Kyros (400 v.Chr.) an und gestaltete den Stufenbereich im Stil der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts: vor allem die gewaltigen Poller entsprechen dem Stil des Kubismus, einer Gestaltungsrichtung, die zwischen Jugendstil und Bauhaus anzusiedeln ist. In der Malerei entspricht dies dem Expressionismus. Nächster Schritt war der Brunnen am Marktplatz, dessen Vorläufer schon lange nicht mehr bestand, der aber auf alten Bildern Schwarzhofens – etwa von Dorrer – immer wieder aufscheint. Mit Hilfe einer Sammelaktion im Ort und großen Spenden von Bürgern und Unternehmen konnte dieses Ziel im Jahre 2004 verwirklicht werden. Das Bild zeigt den Brunnen vor dem Pestkreuz auf dem hervorragend wieder hergerichteten Marktplatz Schwarzhofens. Wenn Sie den Brunnen betrachten, so schauen Sie auch auf die kleine Tränke, die sowohl für Vögel als auch für Zamperl gedacht ist. Der Marktplatz hebt sich von den regional typischen Marktplätzen deutlich ab: er ist sehr groß und fast quadratisch, während die Marktplätze in den Nachbarorten eher langgezogen sind, also eher eine Verbreiterung der Hauptstraße darstellen. Vorläufig letzte Maßnahme des Denkmalpflege-Vereins war im Jahre 2009 die Sanierung und Renovierung der Nepomuk-Kapelle an der Südseite der Schwarzachbrücke. Straße und Brücke lagen früher auf der Höhe der Kapelle, erst nach dem Bau der Umgehungsstraße wurde der Fußweg auf das heutige Niveau abgesenkt, weswegen die Kapelle jetzt darüber thront (Foto Adolf Mandl). Der Verein plant das Wiederanbringen einer Metallplastik an der Schule; ein Zeitzeugnis der Fünfziger Jahre. Auch soll der alte Brunnen (Trog) aus der Brauerei Bruckmeier am kleinen Marktplatz aufgestellt werden. Die Sitzungen des Vereins erfolgen nach Bedarf und werden im Schaukasten im Rathaus und der örtlichen Presse bekanntgemacht. Sollte jemand – fast wider Erwarten – Lust haben, die Arbeit des Vereins zu unterstützen, so sind Spenden auf das Konto Nr. 190 136 606 bei der Spk. Schwandorf (BLZ 750 510 40) herzlich willkommen. |
![]() Kriegerdenkmal |
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Nepomuk-Kapelle an der Schwarzach
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