Prähistorische Funde auf dem Gebiet des

Marktes Schwarzhofen

 

 

 

Das Gebiet an der Mündung der Murach in die Schwarzach um die Orte Uckersdorf und Zangenstein im Marktgebiet von Schwarzhofen war für unsere Vorfahren von besonderer Bedeutung und wurde schon sehr früh als Lebensraum genutzt.

 

Denn Flüsse waren und sind für die Menschen Lebensadern. Die Schwarzach war und ist für unsere Gegend ein Fluss mit immenser Bedeutung.

 

Die Schwarzach

 

Die zentrale Wichtigkeit und den enormen Einfluss der gesamten Schwarzach belegen bis in die heutige Zeit auch die vielfache Verwendung des Wortteiles „Schwarz“ in Ortsnamen wie Schwarzeneck, Schwarzhofen, Schwarzach (2x) und Schwarzenfeld.

 

 

 

Die Zeit um ca. 3500 v.Chr. (Mittelsteinzeit)

 

„Jagd- und Raststationen“ der Steinzeitmenschen am gesamten Schwarzachlauf, besonders im Marktgebiet von Schwarzhofen. Die Schwarzach ist eine Orientierungslinie und wird zu einer Entwicklungs- und Verkehrsachse.

Steinzeitmenschen waren zu dieser Zeit Nomaden. Sie waren nur auf Steifzügen mit vorübergehendem Aufenthalt an für sie wichtigen Orten. Eine Sesshaftigkeit und der Ackerbau waren in unserer Gegend noch unbekannt.

 

 

 

Die Feuersteinstraße nach Böhmen

Die Feuersteinstraße zw. Bayern und Böhmen ist eine der ältesten Handelswege Europas.

Auf der rund 250 km langen Route über den Böhmerwald wurden vermutlich schon vor ca. 7000 Jahren Feuersteine aus dem Raum Arnhofen/Abensberg/Kelheim in die Steinzeitsiedlungen des Pilsener und Prager Beckens verhandelt.

Feuerstein war der Rohstoff Nummer eins in der Steinzeit. Wegen seiner Härte und guten Spaltbarkeit wurden aus Feuerstein ein Großteil der Werkzeuge und Waffen hergestellt. Die Menschen der Jungsteinzeit erschlossen die Feuersteinlagerstätten bereits in technisch aufwendigen Bergwerken. Eines der größten Feuersteinbergwerke Europas liegt nahe der Ortschaft Arnhofen im Landkreis Kelheim. In annähernd 20.000 Schachtanlagen wurden aus zum Teil bis zu 8 Metern Tiefe die wertvollen gebänderten Plattenhornsteine, eine bayerische Feuersteinart, gefördert. Die Enge der manchmal nur 1 Meter durchmessenden Schächte lässt auf Kinderarbeit schließen. An den Arnhofener Minen begann die schon nachgewiesene Feuersteinstraße nach Böhmen (noch wenig erforscht auch in andere Himmelsrichtungen).

Ein jahrzehntelanges Forschungsprojekt war nötig, um den vorgeschichtlichen Handelsweg nachzuweisen, der die steinzeitlichen Siedlungsräume Bayerns und Böhmens verband. Die Spuren der Händler, die einst über die Donau, den Oberpfälzer Wald und den Bayerischen Wald in die Gebiete um das heutige Pilsen und Prag pendelten, waren längst verwischt. Mit einer Ausnahme: Der Feuerstein als hartes Quarzmineral blieb über die Jahrtausende hinweg erhalten. Die Feuersteinhändler suchten an der Strecke Rastplätze auf, an denen sie die eingehandelten Feuersteine einer ersten Vorauswahl unterzogen und roh bearbeiteten. Die Schlagabfälle ließen sie liegen und markierten damit ihren Weg nach Böhmen.

 

An über 60 Fundstellen in Ufernähe der Flüsse Donau, Regen, Naab und Schwarzach (wie die Funde bei Uckersdorf) konnten diese charakteristischen Überreste der Bearbeitung von Feuersteinen identifiziert werden. Die Strecke vom Donaudurchbruch in Weltenburg weiter über die Naab aufwärts und Schwarzach bis in die Gegend um Waldmünchen sowie über den Regen aufwärts bis in die Gegend von Cham wurde möglicherweise auf dem Wasser mit Einbäumen zurückgelegt. Die weitere Strecke, die zu Fuß bewältigt werden musste, führte über den Pass ostwärts von Waldmünchen.

Die Spur der Feuersteinhändler lässt sich wieder nahe dem tschechischen Domazlice aufnehmen. Von da aus verläuft sie über das Pilsener Becken, vorbei an der Siedlungskammer von Rakovnik, bis nach Prag. Der Fernhandel mit den Steinzeitsiedlungen jenseits des Oberpfälzer Waldes/Bayerischen Waldes florierte. Die Abnehmer zwischen Pilsen und Prag orderten große Mengen der Arnhofener Plattenhornsteine. Das führte zum Aufbau einer regelmäßigen Handelsverbindung zwischen Abbaurevier und Absatzgebiet. Der Betrieb einer Handelsstraße musste auf einem Gesellschaftssystem ruhen, das bereits eine Spezialisierung in einzelne Berufszweige kannte. So sorgten Prospektoren und Bergleute für die Förderung des Rohstoffes Feuerstein, während andere dann in den nahen Bergarbeitersiedlungen Feuersteingeräte und Rohformen für den Export herstellten. Schließlich musste die Gemeinschaft Männer auswählen und diese für längere Zeit auf anstrengende Handelsexpeditionen schicken.

 

Der Handel war ein Machtfaktor in der Stammespolitik der Steinzeitmenschen. Wer an der Handelsstraße saß, hatte weitreichende Beziehungen, beträchtlichen Einfluss, wurde frühzeitig mit Neuerungen bekannt, hatte einen Informationsvorsprung und könnte vor allen Dingen den Wohlstand mehren. Was als Tauschware für die Feuersteine eingehandelt wurde, kann man heute nur noch erahnen. Die Warenlisten könnten umfangreich gewesen sein: Salz, Gewürz- und Heilpflanzen, getrocknete Früchte, Felle, Trockenfleisch und Tiere u.a.. Vielleicht kamen aber auch Arbeitskräfte für den Einsatz in den Feuersteinbergwerken über den Böhmerwald/Oberpfälzer Wald in die Oberpfalz und nach Bayern.

 

 

 

Die Zeit um ca. 1800 v.Chr. (Jungsteinzeit)

 

Die „Feuersteinstrasse“ entlang der Schwarzach (von der Donau über Naab nach Böhmen) mit Handel von Feuersteinen aus dem Raum Kelheim wird rege in Anspruch genommen.

Beginn der Siedlungstätigkeit (nur zeitweise) mit Priorität an Flusseinmündungen, wie Uckersdorf, an Flussübergängen (Furten) über die Schwarzach, wie in Schwarzhofen und beherrschenden Erhebungen/Felsvorsprüngen, wie Zangenstein und Schwarzeneck.

 

 

Die Zeit um ca. 1200 v.Chr. (Bronzezeit)

 

Dauerhafte Sesshaftigkeit an der Schwarzach. Bedeutende Funde im Gebiet um Uckersdorf!

Hügelgräber auf Anhöhen werden für die Bestattungen der Toten angelegt, wie das Hügelgrab bei Uckersdorf.

  

 

Privatfoto einer Besichtigung der Ausgrabung eines Hügelgrabes (hier bei Willhof)


 

Die Zeit um ca. 500 v.Chr. (Eisenzeit/Hallstattzeit/Keltenzeit)

 

Rege Siedlungstätigkeit, jetzt schon mit Ackerbau und Viehzucht, entlang der Schwarzach und auf den angrenzenden Höhenzügen als „Inselsiedlungen“ im Wald.

Letzte Nachbestattungen in den schon bestehenden Hügelgräbern.

Bedeutende Funde im Gebiet um Uckersdorf!

 

 

 

Die Zeit um ca. 200 n.Chr. (Römerzeit)

 

Rege Handelstätigkeit und weitreichende Handelsbeziehungen entlang der Schwarzach.

Der Handel, insbesondere der Fernhandel mit Waren aller Art (auch römische Erzeugnisse), überquert an günstigen Stellen (Furten) die Gewässerhindernisse.

Die nächste römische Siedlung ist Regensburg.

Bedeutender römischer Fund in Uckersdorf/Schwarzhofen.